Ein Stern für Asterix

Als ich ein Kind war, kümmerten sich Mama und Papa um alles. Asterix und Obelix besiegten mit dem Zaubertrank jede römische Legion. Lucky Luke schoss schneller als sein Schatten, schickte die Banditen des Wilden Westen ins Gefängnis und ritt singend in den Sonnenuntergang. Da konnte man ruhig schlafen. Und der liebe Gott hielt die Hand darüber. Heute ist es mühsamer.

Mama und Papa sind nicht mehr da, nun muss ich Kindern Halt geben. Asterix und Lucky Luke sind verblasst auf dem Schild am Comic-Laden in der Leopoldstraße. Von dem alten Haus ist die Farbe abgeblättert. Ich weiß, dass es keine Superhelden gibt, die noch vor dem Abendessen die Welt retten . Im Gegenteil – wer sich selbst als Retter eines Volkes anpreist, ist ein Rattenfänger. Und Gott im Himmel schweigt anscheinend oft und versteckt sich hinter dunklen Sorgenwolken, die nicht verwehen.

Manchmal hole ich die verschlissenen Comics raus. Lese sie den Kindern vor oder zum Einschlafen im Bett. Manchmal gehe ich zu dem Comicladen, der meine Kindheit überdauert hat und vervollständige meine Sammlung. Kleine Fluchten in die heile Welt.Voriges Jahr ist ein Stern aufgegangen in dem alten Haus über dem Comicladen. Dieser Stern kündigt einen Helden an. Er ist nicht von dieser Welt, aber er kommt in diese abgeblätterte Welt. Er heißt Jesus Christus und spricht: "Sorgt nicht für den morgigen Tag. Steckt das Schwert in die Scheide. Selig sind die Sanftmütigen. Seid getrost, ich habe die Welt überwunden.“

Ob der Stern dies Jahr wieder aufgeht in dem alten Haus über dem Comicladen? Schauen Sie doch mal nach!