11/10/2026 0 Kommentare
Der Christen neue Kleider - Predigt vom 11. Oktober
Der Christen neue Kleider - Predigt vom 11. Oktober
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Der Christen neue Kleider - Predigt vom 11. Oktober
Predigt zu Epherser 4,20-5,2 von Pastor Matthias Altevogt
Liebe Gemeinde, wenn ich morgens aufwache, habe ich manchmal keine Lust aufzustehen. Es ist jetzt oft so kalt und grau draußen. Manchmal steht nichts Besonderes an, ein langer langweiliger Tag. Oder es ist so viel zu tun, das ich schon weiß, ich schaffe wieder nicht alles.
Dem einen oder anderen unangenehmen Menschen werde ich heute begegnen, darauf habe ich keine Lust. Aber ich steh dann doch auf, es hilft ja nichts. Erst mal unter die Dusche. Das warme Waser tut gut. An so Tagen nehme ich das gute Duschgel. Wenn ich aus heraus komme, dufte ich von Kopf bis Fuß nach Orange. Ich fühl mich fast wie neu geboren und die Welt sieht auch schon anders aus. Am besten ziehe ich dann noch etwas schönes an, in dem ich mich gut fühle, wo ich weiß, ich sehe gut aus, das steht mir. Dann kann der Tag kommen.
II Neulich war wieder so ein Tag. Und als ich aus dem Bad komme, ist mein Kleiderschrank offen und Jesus steht davor. Was machst du denn hier, sag ich. Und wie bist du reingekommen? - Hallo erstmal, sagt Jesus. Ich kann durch verschlossene Türen gehen, weißt du doch. wie damals nach Ostern beim ungläubigen Thomas. - Klar, sag ich, weiß ich ja. Aber: Warum bist du hier? Ist was passiert? - Nö, ich wollte nur mal in deinen Kleiderschrank gucken. Und dir den Spiegel vorhalten. - Welchen Spiegel frag ich? Den in der Tür vom Kleiderschranktür? - Nein, einen andern. Den aus dem Epheserbrief. Musst du drüber predigen nächsten Sonntag, da kannst du ja mal selber reinschauen.
- Ok, zeig mal her! Wer gestohlen hat, der stehle nicht mehr, sondern arbeite und schaffe mit eigenen Händen das nötige Gut, damit er dem Bedürftigen abgeben kann. -
Das ist ein Beichtspiegel, erklärt Jesus. In dem sieht man seine Schattenseiten. Wird heute nur noch selten benutzt. Erkennst du dich wieder? -
Mhm. Eigentlich nicht. Geklaut habe ich zuletzt aus Mutters Keksdose und das ist ein paar Tage her. - Stimmt, sagt Jesus. Aber wenn ich mir das angucke – du bekomst ein ganz gutes Gehalt, rgelmäßig jeden Monat. Andere müssen jeden Cent umdrehen und wissen nicht, wie sie ihre Rechnungen bezahlen sollen, jetzt wo alles so teuer geworden ist. -
Ja gut, aber was soll das heißen? Mein Geld ist doch nicht gestohlen. Das hab ich mir doch verdient! Dass viele arm dran bin, tut mir Leid, aber da kann ich doch nichts dran ändern! - Och, lass dir mal was einfallen. Wenn ich mir zum Beispiel anschaue, was du so spendest, das find ich etwas mickrig. Da geht noch was.
Naja, Herr, ich finde, da sind erst mal andere dran, die viel mehr verdienen udn die richtig reich sind. Die sollten mehr abgeben. Ich muss ja auch erst mal meine Rechnungen bezahlen und die Familie geht vor. - Ach was, sagt Jesus, sei nicht so knickrig, das steht dir nicht! Geiz macht hässlich.
Guck mal hier, das kannst Du Dir ruhig an den Spiegel stecken: „Lasst kein faules Geschwätz aus eurem Munde gehen, sondern redet, was gut ist, was aufbaut, was notwendig ist.“ - Mensch, Jesus, da brauch ich mich nicht zu verstecken, ich finde oft die richtigen Worte, das hat man mir schon oft gesagt. -
Stimmt, sagt Jesus, da kann man nicht meckern. Aber du kann auch ganz schön herziehen über Leute, die dich nerven. Dann wird es ätzend und verpestet die Luft, da smekst du gar nicht. Dann hilft auch dein Orangenduschgel nicht mehr. -
Ja, das geb´ ich zu. Aber man muss sich doch auch mal Luft machen und sagen, was mir stinkt. Das ist doch menschlich. „Redet die Wahrheit, ein jeder mit seinem Nächsten.“ steht in deinem Beichtspiegle. Also darf ich doch Kritik üben. Nicht immer den Mantel der Liebe über alles decken, was zum Himmel stinkt. -
Klar, sagt Jesus. Aber denk dran: Wir sind untereinander Glieder eiens Körpers – Familie. Auch dein Feind ist dein Bruder! Und lass die Sonne über deinem Zorn nicht untergehen, sonst gibst du Raum dem Teufel. Und dann gute Nacht!
III
Ach Jesus, du hast ja recht. Aber wie soll das gehen? Ich kann doch nicht aus meiner Haut. Und manchmal fahr ich eben aus derselben. Wenn ich in deinen Spiegel guck, fühl ich mich nackt. -
Das hatten wir schon mal sagt Jesus, Adam und Eva im Paradies. Sie waren nackt und schämten sich, als sie vom Baum gegessen hatten. Weißt du, wie die Geschichte weiter geht? - Ja, Gott machte ihnen Kleider. -
Genau, sagt Jesus. Die Engel sind hervorragende Schneider. Erst gestern haben sie eine richtige Modenschau veranstaltet. Ich hab dir mal was mitgebracht und in den Schrank gehängt. Nicht der neueste Schrei, eher klassisch-zeitlos. Und absolut alltagstauglich.
Es ist das Modell „Kolosser 3“: Zieht nun an als die Auserwählten Gottes, als die Heiligen und Geliebten herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Demut, Geduld und ertrag einer den anderen und vergebt euch untereinander, wenn jemand Klage hat gegen den anderen.
Ach nein, Jesus, das bin ich nicht. Ich bin kein Engel und will mich nicht mit fremden Federn schmücken, außen hui, innen pfui, von der Sorte gibt´s schon genug. -
Doch sagt Jesus, das bist du. So hat Gott dich gewollt. Das Kleid hat er für dich gewebt. Seit deiner Taufe hängst bei dir im Schrank. Und jeden Morgen legt ein Engel es für dich bereit, auf den Hocker neben der Dusche. Es duftet nach Orangen und nach Freundlichkeit. Und es steht dir, darin hast du eine tolle Ausstrahlung! Schlüpf einfach mal rein, es ist deins! Vielleicht eine Nummer zu groß, aber da wächst du schon rein. Auferstehung war auch nicht ganz einfach für mich. All die Tücher abstreifen und sauber zusammenlegen. Der Schmetterling braucht auch eine Weile, bis er aus dem Raupenkokon raus ist. Aber das wird! Man kann sich übrigens auch von außen nach innen verändern. Kleider machen Leute.
IV
Das war stark, so was erlebt man nicht alle Tage! Aber schauen sie doch mal in ihren Kleiderschrank. Vielleicht hängt ein schönes Kleid drin, das vom Himmel kommt und für den Alltag wunderbar passt. Ein Taufkleid für Erwachsene sozusagen. Schauen sie mal, was die Engel am Morgen für sie rauslegen.
Die Bluse Modell "Freundlichkeit" vielleicht oder das Hemd Marke "Sanftmut". Die Jeans des neuen Labels "Klare Worte". Oder der Pulli mit der extra starken Rückenpartie. Die Schule Marke "Ausdauer".
Den warmen Matel "Zuversicht". Und dann probieren sie´s ruhig mal an. Sie werden sehen es steht ihnen!
Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen.
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