31/01/2026 0 Kommentare
"Einen glimmenden Docht löscht er nicht aus!" - Predigt vom 11. Januar von Prädikantin Elke Koring
"Einen glimmenden Docht löscht er nicht aus!" - Predigt vom 11. Januar von Prädikantin Elke Koring
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"Einen glimmenden Docht löscht er nicht aus!" - Predigt vom 11. Januar von Prädikantin Elke Koring
Liebe Gemeinde, schließen sie für einen Moment die Augen und stellen sich Jesus Christus vor. Verschiede Bilder gehen uns durch Kopf und Gefühl. Und wahrscheinlich, je nach Bedürftigkeit, auch jeden Tag andere. Wie wohltuend, wenn Gott Vater selbst uns seinen Sohn vorstellt. Wir hören das während der Predigt mit Worten des Propheten Jesaja aus dem 42. Kapitel, geschrieben etwa vor 2650 Jahren. Das Menschenkind Jesu noch gar nicht geboren. Doch strahlt in jedem Satz bereits das Gotteskind, von dem die Sternsinger, manch andere Weise, du und ich jedes Jahr so gern singen und erzählen. Jesaja beginnt mit einer knappen Aufforderung und einem Versprechen in einen Satz: Seht, das ist mein Knecht, zu dem ich stehe. Gott selbst hat Jesaja diese Worte in den Mund gelegt. Er fordert zum Hinschauen, zum Ansehen des Sohnes auf und verspricht, dass er zu diesem Gotteskind steht. Mich macht das heute neugierig. Und zugegeben, die nächsten Sätze erwecken durchaus Zwiespalt in mir: Ich habe ihn erwählt und ihm gilt meine Zuneigung. Ich habe ihm meinen Geist gegeben. Er sorgt bei den Völkern für Gerechtigkeit. Gottes Liebe und Zuneigung im erwählten Sohn, unbestritten glaubhaft, meine Zuflucht und mein Heil. Gottes Geist in Christus, davon erzählenseine Weggefährten überzeugend. Ich bin sicher, ohne Gottes Geist gelingt nichts. Gerechtigkeit für die Völker, darauf warte ich verzweifelt, weil ich doch eher zunehmende Ungerechtigkeit sehe. Da bleibt mir Beten und Bitten mit Flehen, zuweilen recht laut. Er, also das Gotteskind, schreit nicht und ruft nicht laut. Seine Stimme schallt nicht durch die Straßen. Gemäß meiner Ungeduld und meiner Natur bin ich enttäuscht. Erst recht beim Anblick der unendlich vielen Opfer hätte ich gern den laut rufenden empörten Christus, der überall gut zu hören ist. Gotteskind erbarme dich und hilf! Zumindest, folgt jetzt ein doch tröstendes Versprechen: Ein geknicktes Schilfrohr zerbricht er nicht. Einen glimmenden Docht löscht er nicht aus. Hoffnung blüht auf! Ja, und eigene Erfahrung erzählt dankbar. Schon oft war ich angeknackst, sehr geknickt, schon oft in Gefahr, dass mein Feuer ausging. Und trotzdem ging und geht es weiter. In allem Gott ganz nah, zeitweise der Heiland gefühlt auf meiner Bettkante, neben und in mir. Ganz erfüllt meine Vorstellung vom Retter auch meiner kleinen Welt. Und das ganz still und leise. Gott sei Dank, Gotteskind! Ich ahne: Er bleibt seinem Auftrag treu und sorgt für Recht. Das erleben Menschen, ich erinnere an die friedliche Revolution in unserem Land. In Kirchen und mit Gebeten und Kerzen gegen Staatsgewalt und Angst nahm sie ihren Anfang. Er wird nicht müde und bricht nicht zusammen, bis er auf der Erde das Recht durchsetzt hat. Plötzlich Zukunftsperspektive! Das Gotteskind, dass niemals müde wird bis sich Recht durchsetzt. Ja, wir leben noch nicht im Paradies, sondern in der Welt mit allen Konflikten. Welches Recht gilt? Gab nicht Christus sein Leben für Gottes Recht, dafür, dass ich trotz vieler Vergehen leben darf? Sogar die fernen Inseln warten auf seine Weisung. Ferne Inseln sind womöglich auch Unbelehrbare, die im Grunde ihrer Herzen auf richtungs- und lebensweisende Worte warten. Mächtige wie Ohnmächtige. Allmächtiger, wie lange noch? Gott, der Herr, ist es, der den Himmel geschaffen hat und ihn ausspannt wie ein Zelt. Er breitet die Erde aus und lässt Pflanzen auf ihr wachsen. Unbestritten auch, dass unser Vater Himmel und Erde geschaffen hat. Wie sonst könnte sie so wunderbar, auch an einem recht kalten Wintertag, wie ein warmes Zelt sein. Mensch, Vieh und Pflanzen werden ernährt und erfreuen mich zu aller Zeit. Wo aber bleibt die Gerechtigkeit? Noch immer leiden viele Hunger und Durst. Darf ich mit Gottvater streiten? Er gibt den Menschen auf der Erde Atem und Lebensgeist denen, die auf ihr wohnen. Das ist nun keine Zukunftsmusik, sondern erlebbare Realität von der Geburt bis zum Tod. Wie sähe es sonst aus in unserer Welt? Gottes Atem und sein Lebensgeist der Müden Kraft, der Blinden Licht, der Kalten Herz, der Sanften Macht, das kommt, das ist, ich weiß. Kyrieeleis!
Liebe Gemeinde, neun herausfordernde Verse des Jesaja. Und immer bin ich selbst als Christ, als Christin, angesprochen. Auch zu dir und mir spricht Gottvater: Ich, der Herr, bin dir treu. Ich habe dich gerufen, ich nehme dich bei der Hand und beschütze dich. Ein so gutes mutmachendes Wort - nicht nur zum Jahresanfang. Worte, die natürlich erst einmal an den Messias und das Volk Israel im Exil gerichtet waren und nachösterlich allen Christen bis in Ewigkeit gelten. Auch das göttliche Menschenkind, geboren im Stall und schon bald auf der Flucht, braucht Trost, mutmachende Worte und Schutz wie Gottes Segen. Besonders in der folgenden Verheißung: Durch dich zeige ich meine Verbundenheit mit den Menschen. Ich mache dich zum Licht für die Völker. Licht für die Völker, also nicht nur für die bedrohten Völker! Verbundenheit mit allen Menschen! Das Menschenkind Jesu hört und lebt das mit Gottvertrauen und folgt treu jederzeit allen göttlichen Rufen. Wenn wir es damit nur nicht so schwer hätten! Du wirst Blinden die Augen öffnen und Gefangene aus dem Kerker holen. Die im Dunkel sitzen, befreist du aus ihrer Haft.
Die Sünder Glück, der Tränen Trost, der Träume Haus, im Stall ein Kind, das wird, das kommt, ich weiß, Kyrieeleis. Ich bin der Herr, das ist mein Name. Meine Ehre lasse ich mir von niemandem nehmen. Das Lob, das mir zusteht, überlasse ich nicht den Götzenbildern. 9Was ich früher vorhergesagt habe, ist eingetroffen. Jetzt kündige ich Neues an. Noch ehe es zum Vorschein kommt, lasse ich es euch wissen. Gottes Plan stand fest, lange vor Christ Geburt. Mit der Jahreslosung verspricht der Ewige: „Siehe ich mache alles neu“. Trotz Zweifel und Fragen will ich dem lebendigen Wort, dem göttlichen Geheimnis vertrauen.
Denn es spricht zum Menschenkind, zu dir und mir. Was immer du siehst, schaue hindurch mit deinem Herzensauge. Was immer du hörst, lausche hindurch mit deinem Herzensohr. So wird dich MEINE Wahrheit erreichen und du hörst meine MEINE sanfte Stimme, die allen äußeren Lärm durchdringt. Bist du stille, jubelt dein Herz in MEINER Geborgenheit. Bist du ausgerichtet, findest du Einheit mit MIR. Bist du dehmütig, bricht dich keine Gewalt. Bist du geduldig, kommt dir das Ziel entgegen. Lass Meinen göttlichen Atem durch dich strömen zu allem und allen, so bleibt Meine Liebe durch dich am Fließen. Beginne jetzt, du, MEIN Ebenbild! (nach Franz - Xaver Jans – Scheidegger)
Erinnern sie sich an ihr Christusbild zu Anfang. 2026 und bis in alle Ewigkeit dürfen wir hören und sehnen, fühlen und loben das lebendige Gotteskind, dass uns erlöst. Amen.
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