20/01/2026 0 Kommentare
Weihnachten blüht dir was! -Predigt in der Christmette - Quempas 25.12.2025
Weihnachten blüht dir was! -Predigt in der Christmette - Quempas 25.12.2025
# Neuigkeiten

Weihnachten blüht dir was! -Predigt in der Christmette - Quempas 25.12.2025
I Der Dornbusch in meinem Garten
Liebe Gemeinde, in meinem Garten steht ein Rosenstrauch. Er ist schon alt und größer als ich, beginnt an der Terrasse und zieht sich ein Stück an der Hauswand entlang. Jetzt im Winter ist er kahl. Man sieht, dass er verholzt ist, fast bis ganz an die Spitzen. Manchmal fürchte ich, dass er schon abgestorben ist und im nächsten Jahr gar keine Blüten mehr rauskommen. Die Dornen sind lang und spitz. Vermutlich habe ich ihn vernachlässigt, vielleicht hätte ich ihn düngen oder schneiden müssen. Ich weiß es nicht. Ich verstehe nichts davon, wir hatten zu Hause keinen Garten. Mitten im Dornbusch liegt buntes Kinderspielzeug, jetzt im Winter leuchtet es durch die dürren Zweige. Vor vielen Jahren ist es dorthin geraten und liegen geblieben. Jetzt kann ich es nicht mehr herausholen, wegen der vielen Dornen. Aber jedes Jahr im Mai passiert es. Der Dornbusch treibt neue grüne Blätter überall und dann kommen die Rosenblüten, leicht und frisch. Sie duften und der ganze Strauch ist hellgrün und rosa. Ein Wunder!
II Maria durch ein Dornwald ging
Es gibt eine Legende von Maria. Sie war schwanger war mit Jesus und mit dickem Bauch zu Fuß unterwegs. Vielleicht allein auf dem Weg zu ihrer Cousine Elisabeth, die war auch schwanger. Für Maria Zuflucht, Ratgeberin, beste Freundin. Vielleicht waren auch schon Josef und der Esel an ihrer Seite auf der Wanderung nach Bethlehem. Maria kam durch einen ganzen Dornenwald auf ihrer Wanderung, rechts und links nur schwarze abgestorbene Zweige und Stacheln. Sie wachsen ihr sogar über den Kopf. Maria durch ein Dornwald ging, der hat in sieben Jahren kein Laub getragen. Ein Volkslied ist daraus geworden.
Unbeirrt geht sie hindurch, und da geschieht ein Wunder. Wo Maria entlang geht, kommen Blättchen hervor, so rasch wie ihre Schritte, Rosen blühen auf an allen Zweigen. Der ganze Wald ist mit einem Male grün. Es duftet und die Vögel singen. Mitten im kalten Winter.
III Der Schöpfer wandert durch den Garten
Es ist nicht Maria, die das Wunder bewirkt. Es ist das Kind in ihrem Bauch. Das kann kein Mensch, das kann nur der Schöpfer, Gott selbst: Eine abgestorbenen Dornbusch zum Blühen bringen. Zum Dunkel sagen: Es werde Licht. Und es wird Licht. Gott sagt zur Erde: Lass Gras wachsen und Blumen, Korn und Obst. Und zur Sonne: Mach den Tag hell. Zum Mond: Schein in der Nacht. Und zu den Toten: Wacht auf! In diesem Kind in Marias Bauch kommt der Schöpfer zur Welt. Gott wird Mensch. Und bringt die Dornen zum Blühen. Im Paradies ging Gott am Abend durch den Garten Eden, ein Gärtner der nach dem Rechten schaut. Wir sind jenseits von Eden, die Rosen sind verblüht, das Paradies ist verloren. Aber Gott geht inkognito durch seine Welt, lässt sich durch den Dornwald tragen von Maria. Und weckt die Rosen auf.
IV Jedermanns Dornwald
Nicht jeder hat einen Garten. Wir hatten keinen zu Hause. Aber ich vermute, die meisten haben in ihrem Lebensgarten so einen Dornbusch. Ein Thema, einen Bereich da wächst nicht viel. Früher vielleicht, ja, aber schon lange hat es da nicht mehr gegrünt noch geblüht. Und das ist traurig. Vielleicht hat man ihn vernachlässigt, nicht gedüngt. Vielleicht hätte man mal was beschneiden sollen. Vielleicht kennst Du dich auch einfach nicht gut aus. Was einst wie von selbst gedieh, ist kompliziert geworden, Gut möglich, dass du gar nichts dafür kannst. Das Klima hat sich gewandelt. Das schöne bunte liegt irgendwo hinter einem Wall von Dornen. Manchmal blitzt es noch auf, aber du kommst nicht mehr dran. Dann macht man lieber einen Bogen drum, den Teil vom Garten mag man gar nicht mehr betreten. Für manche fühlt sich das ganze Leben an wie ein einziger Dornwald, der hat in sieben Jahrn kein Laub getragen. Da kann man sich nur drin verlaufen und verheddern, blutig kratzen. Am besten nicht mehr bewegen. Aber dann geht man geht ein.
V Wüsten-Gärtner
Maria geht durch den Dornwald. Gott geht durch den Dornwald deines Lebens. Unsichtbar. Er ist nicht nur am hohen Himmel im Gesang der Engel. Er ist unten im Dunkel bei den Hirten. Im Stall bei den Heimatlosen. Gott ist da, wo es weh tut. Wo nichts wächst, in der Wüste auf der Durststrecke, da findest du ihn. Da spricht er zu dir. Ein Engel fand Hagar in der Wüste. "Du bist ein Gott, der mich anschaut." Er führte sie zum Brunnen. Jesus ging in die Wüste, um zu beten. Aus dem brennenden Dornbusch sprach Gott zu Mose und gab ihm eine Aufgabe. Als Maria Magdalena sich nicht mehr auskannte in ihrem Leben, ging sie in den Garten - auf den Friedhof. Und Jesus der Gärtner, trat zu ihr.
VI Duftet! Also: Geh in den Garten. Kümmere dich um einen Dornbusch. Du trägst Gott in dir wie Maria. Er lässt kleine grüne Blätter wachsen und duftende Rosen. Ein Engel flüstert in der Nacht. Mach dich auf und du wirst Gott finden. Und das habt zum Zeichen. Ein Dornbusch wird blühen. Gott ist mitten unter uns. Nicht nur zur Weihnachtszeit. Also: Fürchtet euch nicht! Duftet.
Und der Friede Gottes, der höher ist als alle vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen.
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